Die Robinie ist eine in Europa eingebürgerte Baumart. Sie stammt aus dem östlichen Nordamerika und ist heute überall in Mittel- und Südeuropa weit verbreitet. In Europa wurden die ersten Robinien 1601 in Paris von dem französischen Hofgärtner Jean Robin angepflanzt. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gewinnt die Robinie verstärkt forstliches Interesse. Besonders bewährt hat sich die Robinie aufgrund ihres ausgeprägten Wurzelsystems zur Befestigung von Schutt- und Abraumhalden sowie zur Aufforstung von Flugsandböden und Ödlandflächen.

Die Robinie zeichnet sich durch sehr raschen Wuchs in der Jugend aus. Das Höhenwachstum lässt allerdings bald nach und ist mit 30 bis 40 Jahren abgeschlossen, dabei erreicht der Baum eine Höhe von ca. 25 m. Das Höchstalter beträgt allgemein etwa hundert Jahre, da aber der laufende Massenzuwachs im Alter von 40 bis 50 Jahren mehr oder weniger stark absinkt, ergibt sich das wirtschaftlichste Hiebsalter bei 40 bis 50 Jahren.

Das Holz der Robinie zeichnet sich besonders durch seine Härte, Abriebfestigkeit und Elastizität aus. Seine Festigkeitswerte liegen deutlich über denen der Eiche. Robinie zählt zu den schwersten der europäischen Nutzhölzer.

Durch seine gelblich-grüne Holzfarbe, die unter Lichteinfluss goldbraun nachdunkelt, wirkt das Holz zudem sehr dekorativ.

Robinienkernholz verfügt über eine natürliche Resistenz gegen den Befall von holzzerstörenden Pilzen bei langanhaltender hoher Holzfeuchtigkeit oder bei Erdkontakt. Es ist die einzige nicht tropische Holzart der Dauerhaftigkeitsklasse l nach DIN 68 364 und nach EN 350-2. Aufgrund seiner natürlichen Resistenz ist ein vorbeugender chemischer Holzschutz nach DIN 68 800 selbst in der höchsten Gefährdungsklasse 4 (Erdverbau), nicht erforderlich. Hinsichtlich der Langlebigkeit ist Robinie den Tropenhölzern Teak und Bongossi ebenbürtig.

Die Robinie im direkten Vergleich mit anderen Holzarten, hinsichtlich der Dauerhaftigkeit

Holzart Resistenz-
klasse
Robinienblätter

Robinienblüte

Robinie
Robinie 1
Eiche 2
Redcedar 2
Lärche 3
Douglasie 3
Kiefer 3-4
Fichte 4
Tanne 4

Nach DIN 68 800 Teil 3 (Vorbeugender chemischer Holzschutz) benötigen Farbkernhölzer der Resistenzklasse l oder 2 nach DIN 68 364 im Gefahrdungsklassenbereich 3 (Holz der Witterung oder Kondensation ausgesetzt, aber nicht in Erdkontakt) keine chemische Holzschutzbehandlung.

Im Gefahrdungsklassenbereich 4 (Holz in dauerndem Erdkontakt oder ständiger starker Befeuchtung ausgesetzt) benötigen Farbkernhölzer der Resistenzklasse l keine chemische Holzschutzbehandlung.

Ein weiterer wichtiger Vorteil ist die problemlose Entsorgung von unbehandeltem Robinienholz gegenüber imprägnierten Hölzern, wo eine fachgerechte Entsorgung mit hohen Kosten verbunden ist.

Robinienholz eignet sich insbesondere, aufgrund seiner Resistenz, zum Verbau im ungeschützten Außenbereich, zum Erd- und Lawinenverbau und zum Wasserbau.

Ebenso ist es wegen seiner Farbgebung und dekorativen Maserung ein wertvolles Ausstattungsholz für Fußböden, Türen, Treppen und Möbel.